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XZ550.de - die Legende bebt :: XZ-Geschichten :: MAC Auspuff

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Das amerikanische Inferno oder wie kommt der Hubschrauber in den Helm?


Ebay ist eine gute Sache. Hier kann man manchmal, für kleines Geld, seltene oder exotische Dinge erstehen. In diesem Fall wurde mein Kumpel Stefan für ca. 50 Euro stolzer Besitzer eines, für unsere Breiten überaus exotischen und recht gut erhaltenen M.A.C. Auspuffs für die alte Dame. Aus einschlägigen US-Internetforen war uns bekannt, daß man nach Montage dieses mit schwarzem Hochtemperaturlack beschichteten 2 in 2 Auspuffs selbst von Harley Fahrern ein zustimmendes Nicken ernten sollte, was uns natürlich neugierig machte.
Der Kanadier (M.A.C. kommt wohl aus Kanada) erreichte den Stefan bereits nach einigen Tagen Reisezeit auf dem Postweg, wohl weil er bereits vor einigen Jahren übergesiedelt war. Nach einer kurzen Reinigung und etwas Ausbesserungsarbeit haben wir das Teil, oder besser die Teile, denn die Tröten aus Übersee sind zwei völlig unabhängige Endtöpfe; einer für den vorderen und einer für den hinteren Zylinder; dann montiert. Bereits bei der ersten Begutachtung stellte sich heraus das der Einwanderer gegenüber dem japanischen Original einen vergrösserten Durchlass (D ca. 4cm) hat und besonders der vordere Topf in Längsrichtung mangels Prallblechen ausgesprochen durchsichtig ist. Die Qualität der mitgelieferten Befestigungslaschen war von vornherein als höchstens ausreichend einzustufen.

Ausserdem macht man Bekanntschaft mit den merkwürdigsten Gewindearten, zöllisch oder so. Bei der Montage fiel auf das die Flanschplatten aus dem fernen Kanadien wohl aus Blei oder so sind, denn die Dinger sehen nicht nur aus wie Lackritz, sie sind auch so weich wie die beliebte Schleckerei. Nach einigen Bastelarbeiten war es dann soweit. Der erste Start: Die XZ sprang ohne murren an und im Stand stellt sich ein, das Originalgeräusch bei weitem übertreffendes Bullern ein, das nur noch von den Leckagen am vorderen Anschluss übertönt wurde. Nach Beseitigung dieser Unpässlichkeit, auch hier zeigt sich die nicht gerade saubere Verarbeitung des Nordamerikaners, kam dann die erste Probefahrt. 15 km von Hattingen nach Bochum, mittlerweile ca. 23 Uhr, alles schläft ... oder schlief ...! Wie auch immer? War das Standgeräusch der kleinen 550er bisher noch durchaus annehmbar, zu vergleichen mit einer fetten Ducati oder Harley (natürlich ist der XZ - Lauf erheblich runder), geht bei der kleinsten Bewegung der rechten Hand in den Ohren des erwartungsvollen Benutzers die Welt unter. Die Kanadaröhren knattern das die Wand wackelt.

Bild "Galerien:mac-b.jpg"  

Während längerer Geradeausfahrt hört es sich an, als flöge ein SAR-Rettungshubschrauber, die gute alte Bell UH 1D, die wegen dem Lärmpegel nur noch mit Sondergenehmigung fliegt, in Kopfhöhe hinter einem her. Jegliche anderen Fahrgeräusche sind auf einmal verschwunden, selbst das überaus sportlich klingende Röhren aus dem Ansaugtrakt der XZ ist irgendwie nicht mehr da. Auf Dauer wirkt das nervtötend. Auf eine TÜV-Eintragung oder ABE braucht man denke ich bei diesen Leistungswerten nicht zu hoffen, obwohl die Lady mit dem Ding zumindest nicht schlechter fährt als mit dem Original. Na ja, wenn mich die Polizei bis zum Treffen nicht aus dem Orbit geschossen hat, hören wir uns beim Treffen. Jedenfalls kann man damit dem Polizisten nach 40km Martinshorn - Verfolgungsjagt glaubhaft versichern, daß man ihn gar nicht gehört hat.
So also kommt der Hubschrauber in den Helm!

Bild "Galerien:mac-c.jpg"

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