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Motorwechsel


Von Stefan Kilian

Nachdem ich immer wieder das Problem hatte, das der 3. Gang beim starken Beschleunigen unter lauter Geräuschentwicklung sporadisch aussetzte, beschloss ich den Motor auszutauschen.

Meinem Ersatzmotor musste ich erst mal Ansaugstutzen, Lima, Anlasser und Kerzen aus dem Teilevorrat einbauen. Dabei habe ich den Zustand des Anlasserfreilaufes geprüft (Ok) und die 46er Mutter (die war wirklich lose) festgezogen. Die Ventile habe ich auch gleich eingestellt - speziell das Spiel der Auslassventile war zu klein.
Bei ausgebautem Motor geht das mit dem zurechtgebogenen Schraubendreher aus DDR-Produktion und Druckluft ganz gut. Das Universalventileinstellwerkzeug für Yamaha (von Louis) funktioniert ohne Änderung nicht.









   


Soweit vorbereitet sind Nicole (mit Kombi) und ich (mit der XZ) zu Kurt und Angelika nach Schwalmtal gefahren. Kurt hat ja (wie Welle) eine super Arbeitsbühne selbstgebaut.
Die ganze Aktion klappte überraschend gut, nur das einsetzen des neuen Motors war ohne Flaschenzug eine ganz schöne Wuchterei. Nach gelungener Transplantation ist die XZ sofort angesprungen - allerdings hatte ich die Auspuffdichtringe nicht erneuert, so dass die Kiste verdammt laut war. Außerdem hatte der Kühlwasserflansch vom hinteren Zylinderfuß einen Haarriss, so dass hier reichlich Kühlwasser raustropfte (hatte aber zum Glück Ersatz vom anderen Motor) und in einer Benzinleitung war ein Loch (wie mit einer Nadel gestochen) - unter Druck pisste da ein haarfeiner Strahl Benzin raus.
Man sollte alle Teile, die man in den Fingern hatte genauestens prüfen oder gleich erneuern, insbesondere Schläuche, Dichtringe und Schrauben - das Zeug ist eben 18 -22 Jahre alt. Schrauben sollten vor der Einbau mit Kupferfett o.ä. behandelt werden.
Seit dem läuft die XZ wieder gut in allen Gängen und hat schon mehrere hundert km zurückgelegt. Ich werde nach 1000 km noch einen Ölwechsel machen.

Fortsetzung:

Zwischenzeitlich habe ich den Motor mit den Getriebeproblemen geöffnet und habe gesehen, dass Zylinder, Kolben, Ventile und Nockenwellen für ca. 65000 km in einem recht guten Zustand sind. Allerdings sind 2 Schrauben (Wasserpumpengehäuse und Krümmer) abgerissen bzw. vergnaddelt. Das Ölpumpensieb hat einige Verstopfungen durch Isolationsreste der verbrannten Limas.
Die Ursache für die Getriebeprobleme waren 2 eingelaufene Schaltgabeln (speziell 2. und 3. Gang) - ich glaube, das ist ein Fehler, den noch kein anderer XZ - Fahrer hatte.
Zum Glück hatte ich noch Ersatz im Keller und habe das Getriebe mit Gebrauchtteilen instandgesetzt. Bei Neuteilen muß man mit ca. 50 Euro pro Zahnrad bzw. Schaltgabel rechnen.





 


Aus Zeitmangel habe ich diesen Motor zu meinem Yamaha - Händler gebracht, der in der Winterpause den Motor für 600 Euro (ja, ja, das ist viel Geld) wieder zusammengebaut hat. Er meinte, ich hätte die Teile alle vorbildlich sortiert und beschriftet, was die Montage sehr erleichterte - so oft machen die Werkstätten einen XZ - Motor ja auch nicht.

Da die XZ mit dem Ersatzmotor ja auf dem Treffen 2004 in Bielstein ziemliche Probleme mit der Zündung hatte und ich den Heimweg auf nur einem Zylinder angetreten hatte, wurden die Undichtigkeiten (Wasser und Öl an den Zylindern) schlimmer.

Vor 4 Wochen haben ein Kumpel und ich diesen Motor ausgebaut und den überholten Motor wieder eingebaut. Die ersten Lebenszeichen waren beeindruckend - absolut ruhiger Motorlauf, so wie ich das noch bei keiner meiner XZetten hatte. Jetzt muß ich nur noch die gelbe Tonne wieder nach Hause holen und testen (mit neuem White Power Federbein) :-)
Den "Tropfmotor" wollen wir demnächst zerlegen - ich hoffe bloß, daß der Motor nichts an den Lagern hat, denn das wäre absolut zu teuer.
Einen kompletten Dichtsatz habe ich mir bereits aus England besorgt und auch ein originales Ventileinstellwerkzeug besitze inzwischen, nun kann der zurechtgebogene Schraubendreher aus der DDR in Rente gehen. ;-)


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