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XZ550.de - die Legende bebt :: XZ-Geschichten :: XZ-Restaurierung von Frans M.

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Das Tagebuch einer XZ Restaurierung


Ich wollte das die XZ wieder aussieht wie 1982 im Prospekt. Meine XZ war schon fast original, die wichtigsten Arbeiten waren also Entrosten, Lackieren und der Aus-tausch einiger Teile. Dazu gehörten zum Beispiel der Auspuff, die Stossdämpfer und die rostigen Schrauben. Man bedenke das ich vorher nur Motorrad gefahren bin und noch nie eins restauriert hatte.

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Einige Tage vor Weinachten begann die Arbeit. Ich hatte noch niemals ein Motorrad zerlegt! So dauerte die Zerlegung meines Teilespenders 4 Tage, beim Restaurie-rungsobjekt dauerte es nur noch 2 Tage.
Ich hatte bei beiden Motorrädern Probleme den hinteren Stossdämpfer auszubauen. Selbst der Einsatz von jeder Menge WD40, einem Hammer, einem größeren Ham-mer, auch Heiß machen hatte nichts geholfen. Am Ende habe ich dann ein Sägeblatt genommen und den Bolzen durchtrennt. Mit einem Schweißbrenner wurde nun die Aufnahme an der Schwinge erhitzt, um den Rest des Bolzens zu entfernen. Das klappte aber erst als das Aufnahmeauge rotglühend war.

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Bei eBay habe ich mir einen gebrauchten Stoßdämpfer von einem Amerikaner ersteigert. Dieser war erst 17.000 Miles alt, absolut rostfrei und hat nur 9.- Dollar gekostet.

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Weil an meiner XZ Gabel beide Simmerringe undicht waren und ich so etwas noch nie repariert hatte, wollte ich einfach die Gabel tauschen. Also polierte ich in der zwi-schen Zeit die beiden Gabelholme des Teilespenders. Nach Stundenlangen polieren konnte nun endlich das Gabelöl gewechselt werden. Als das fertig war, ist mir aufge-fallen das die beiden Gabelholme nicht gleich lang waren. Im ersten Moment dachte ich „du hast ein Fehler gemacht“. Also beide Gabelholme wieder zerlegen, dieses mal allerdings komplett. In einem Gabelholm fehlte die Reboundfeder (die kurze ganz unten im Gabelholm). Der Vorbesitzer hat den Längenunterschied einfach mit einer ungleichen Menge Öl gelöst. Nun weis ich wie es in einer XZ Gabel aussieht und die Simmerringe kann ich im Schlaf tauschen.



Als nächstes beschäftigte ich mich mit dem Rahmen. Erst einmal mußte er von altem Dreck und Fett befreit werden. Beim ersten Durchgang benutzte ich Petroleum und beim zweiten Waschbenzin. Als dann der Dreck der Jahre hinunter war, konnte ich mit dem Abschleifen beginnen. Also Schleifen, Schleifen, Schleifen und Schleifen bis der gesamte Rost entfernt war. Nach dieser Aktion war natürlich die gesamte Garage eingestaubt. Da das hintere Teil des Rahmens sehr verrostet war, entschied ich mich diesen Teil mit Zink Spray zu behandeln.



Diesen Tipp mit dem Zink Spray bekann ich von einem CX 500 Fahrer, er hatte seinen Rahmen mit Zink Spray behandelt und auch nach 4 Jahren war sein Rahmen immer noch in einem tadellosen Zustand. Beim Verarbeiten des Zink Sprays sollte man einen Mundschutz tragen. Ich hatte das natürlich nicht gemacht und hatte ca. 24 Stunden einen scheußlichen Husten. Dann begann ich mit der Sprühdose den Rahmen und die Schwinge zu lackieren. Da die Teile wie neu aussehen sollten, wurde gespritzt, geschliffen, gespritzt, geschliffen, gespritzt, geschliffen. Die gesamte Arbeit an Rahmen und Schwinge dauerte ca. 3 Wochen.



Als nächstes wurde der Motor fettfrei gemacht und poliert. Der XZ Motor ist wirklich einfach zu polieren. Wegen einer Leckage an den beiden Wasserrohren, habe ich das Thermostatgehäuse abgebaut. Die Rohre kann man dann einfach abziehen. Nach der Reinigung montierte ich alles wieder, dieses mal allerdings mit 4 passen-den O-Ringen und nicht wie der Vorbesitzer mit Silikonkitt. Nun ist mein XZ Motor wieder ein wahrer Eyecatcher.



Nun mußte noch mein Anlasser überarbeitet werden. Also das Ding ausgebaut und zerlegt. Die Technik war in einem tadellosen Zustand, keine Öl Leckage, die Anlas-serkohlen in einem prima Zustand und fast kein Staub. Vermutlich hatte der Vorbe-sitzer sich schon um den Anlasser gekümmert, zum glück ohne Silikon. Ich machte die Einzelteile nur sauber und Lackierte das Gehäuse. Die Montage ist nicht ganz einfach, weil man bei der Montage nicht sehen kann wie die Zahnräder zueinander. Der Anlasser sollte mir noch später ärger bereiten.



Dann waren die vorderen Bremsen dran. Eigentlich wollte ich sie nur sauber machen, neu lackieren und die Bremsflüssigkeit wechseln. Beim Zerlegen der Bremssättel stellte ich fest das die Bremsbeläge im linken Bremssattel fast unbenutzt waren. Die Ursache war ein festsitzender Bremskolben. Leider gibt es für die XZ keinen Repara-tursatz für die Bremssättel und auch bei Yamaha gibt es die O-Ringe und Staubringe nur als kompletten Satz. Ich habe dann die Teile und neue Bremskolben bestellt. Die alten Bremskolben hat mir der Yamahadealer mit einer Presse rausgedrückt. Dann wurden die Bremssättel gereinigt und lackiert. Man glaubt gar nicht wie einfach sich die neuen Bremskolben hineinschieben lassen.

  
  

Das einbauen des Motors in den Rahmen war eine Minutensache. Ich habe den Motor auf einigen Betonplatten gestellt und dann mit Hilfe meines Sohnes den Rahmen mit eingebauter Gabel und Vorderrad auf den Motor gestellt. So musste ich den Motor nur 1 cm anheben um den hinteren Bolzen montieren zu können. Das gleiche dann vorne und der Motor saß dort wo er hin sollte. Dann habe ich den Kardan montiert. Das war vielleicht nicht die richtige Reihenfolge, aber sehr effektiv.



Dann folgte die neue Auspuffanlage. Meine XZ hatte ein originalen Sammler mit an-geschweißten Jama Schalldämpfern. Die Schalldämpfer waren zwar noch gut, aber der Sammler war bereits durchgerostet. Die vorderen Krümmer mußte ich gleich nach dem Kauf ersetzt, sie waren am Flansch durchgerostet. Im Sommer hatte ich bereits eine neuwertige, originale Auspuffanlage ersteigern können. Diese montierte ich jetzt.



Nun konnte ich endlich meine XZ wieder zusammen bauen. Die Kartons wurden langsam leerer und die XZ sah nach und nach immer mehr wie ein Motorrad aus.
Nach der Montage folgte das entlüften der Bremsen. Ich hatte das noch nie gemacht, aber wenn man erst einmal den richtigen Dreh gefunden ist es nicht schwierig.
Der erste Startversuch scheiterte leider, weil der Anlasser nicht seinen Dienst verrichten wollte. Also Öl wieder ablassen, Anlasser ausbauen und wieder zerlegen.

Nachdem ich alles noch mal gereinigt, die Anlasserkohle leicht angeschmirgelt und alles wieder zusammen gebaut hatte, klappe es auch mit dem Starten. Dann noch eine letzte Kontrolle und ein paar Fotos, dann die erste Fahrt auf meiner “NEUEN“ XZ. Es war ein großartiges Gefühl, alles hat funktioniert, keine Leckagen, keine Teile verloren und ein herrlicher Sound aus der originalen Auspuffanlage ...



Mein Ziel, das die XZ wieder aussehen sollte wie vor 23 Jahre im Prospekt war erreicht. Die vielen Stunden in der Garage haben mir viel Spaß gemacht und ich habe sehr viel gelernt. Das Lernen ist aber noch nicht zuende!
Als nächste ist jetzt der Ersatzmotor dran, dabei gibt es bestimmt eine Menge zu lernen. Die Vergaser sollen zerlegt, gereinigt und wieder zusammen gebaut werden. Beide Motordeckel werden abgenommen, um die üblichen Kontrollarbeiten an Kupplung, Wasserpumpe, Ölpumpe, Ölsieb, Anlasserfrei und Lichtmaschine durchzführen.


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