Fahrwerk

Aus fivefivezero
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Wie bei vielen Motorrädern dieser Zeit ist das Fahrwerk der XZ550 nicht das Beste. Aber es geht, wenn man einige Dinge beachtet. Manch einem mag die XZ550 zu hoch sein - zum Glück kann man das Fahrwerk tieferlegen.

Typische Charaktereigenschaften

  • Gabel klappert oder knackt beim Einfedern
  • Motorrad pendelt bei hohen Geschwindigkeiten
  • Gabel knirscht wenn man den Lenker dreht
  • Schwinge hat seitliches Spiel
  • Am Standrohr tritt Öl aus

Simmerringe

Abmessungen

Simmerringe: # 4G0-23145-00 35X48X8/9,5

Staubringe: # 4G0-23144-01 ____

Die Simmerringe sind ein typisches Verschleißteil. Für den Wechsel bietet es sich an, das Vorderrad auszubauen, die Federn zu entnehmen, die Bremssattel und das Schutzblech abzubauen und dann die Standrohre einzeln abzunehmen. Vorsichtig, so daß kein Öl ausläuft. Das kann man dann einfach oben ausgießen. Die Tauchrohre bleiben wo sie sind. Die Methode ist viel schneller und einfacher, als die ganze Gabel herauszunehmen.

Es ist hilfreich, das Motorrad unter dem Motor mit einem Wagenheber abzustützen und das Vorderteil soweit, auf dem Hauptständer möglich anzuheben. Ggf hilft es auch unter den Hauptständer ein paar Brettchen unterzulegen, um etwas mehr Bodenfreiheit zu erhalten.

Verbesserungen

Gabel

hinzufügen Dieser Artikel sucht einen Autor, der ihn etwas in Form bringt. Im Bereich der Gabel gibt es eine ganze Reihe Tipps die hier hineingehören. Besonders was das knacken und klappern angeht. Segerringe in den Dämpfern, richtige Montage der Gabelbrücke, Bilder usw. Es gibt noch weitere Artikel die einen Autor suchen.

Der Einbau von neuen progressiven Federn kann Wunder bewirken. Hier bieten sich Produkte z.B. von WP, Wilbers oder Wirth an. (Warum fangen die eigentlich alle mit W an?) In Kombination mit dem passenden Gabelöl in der richtigen Menge verbessert sich das Fahrverhalten enorm. Welches Gabelöl das richtige ist und wie viel man davon braucht muss man beim jeweiligen Hersteller der Federn erfragen.

Die original Federn sind teilweise bald 30 Jahre alt und ermüden im Laufe der Zeit. Eine XZ550 mit beispielsweise einem kompletten Wilbers Fahrwerk ist ein Traum.

Günstig geht auch

Nur falls die ganze Kohle mal wieder für neue Reifen draufgegangen ist...


Aus dem Forum:

Am 17.01.14 12:56 schrieb xz-ernie  : War gerade Gesprächsthema

Moinsens Alchi,wenn ich mich nicht irre waren wir bei dem Thema Fahrwerk. (Gabel,Schwinge).Darauf sind wir "Nordis" gekommen weil ich statt Wilbersfedern "versuchsweise" diese dünnen Hülsen durch ca.2 cm längere 2mm dicke Edelstahlrohrstck. ersetzt habe und mein Vorderrad nun förmlich auf dem Asphalt klebt. "Günstige Alternative" Frage ist nur wann und wo ?? (schönen Gruß an die geplagte "Perle")

Ende des Beitrages


Woher kommt das Geräusch?

Sprengring, der das Knacken in der Gabel beseitigen soll. Es werden 2 Stück benötigt.
Position des Sprengrings

Das Knacken wird durch ein Ventil (4) verursacht, dass sich im Inneren, am unteren Ende des Stand- rohres (1) befindet. Da in dieses Ende diverse Hülsen (2+3) eingepresst sind und der Rand zudem umgebörteld ist, lässt sich das Ganze nicht ausbauen, ohne das Standrohr dabei zu zerstören.

Ca. 4 - 5 cm vom unteren Ende der Gabel befindet sich in einer Nut (2) ein etwas konischer Alu-Ring (4), der den, durch das beim Ein- und Ausfedern, entstehenden Ölfluß regelt. Da dieser Ring in der Nut etwas Spiel hat, entsteht beim Einfedern das Klackergeräusch, ist also quasi konstruktionsbedingt. Deshalb würde ich deswegen alleine auch keine Gabel zerlegen.

Es sei denn man hat mal wieder beim TÜV bzw. bei der Dekra das Problem, den Prüfer vom ordnungsgemäßen Zustand des Fahrgerätes zu überzeugen. Oft gehörte Aussagen: “Die Gabel hört sich ja an als wäre da 'ne Feder gebrochen.“ oder “Das Lenkkopflager macht Geräusche.“ Beheben lässt sich das Problem, wenn man einen Sprengring mit einem Außendurchmesser von 23mm von unten soweit in das Standrohr schiebt, bis er in der Nut einrastet. Das Klackern ist fortan weg und die Gabel funktioniert noch genauso wie vorher.

Es gibt noch einen weiteren Grund warum die Gabel klappernde oder knackende Geräusche macht. Die Große Schraube auf der oberen Gabelbrücke. Diese muss mit dem richtigen Drehmoment angezogen werden und zwar bevor die Griffholme an den Gabelrohren verschraubt werden. Dadurch ist sichergestellt, dass kein Spiel auftritt.


Gabel zerlegen

Wenn man keinen Innensechskant für die Gabelstopfen hat, hilft eine Schraube mit 2 Muttern und ein entsprechend großer Schraubenschlüssel.

Um die Gabel zu zerlegen und reparieren zu können, braucht man eine 8 mm Imbusnuß, eine 12mm Schraube (oder Gewindestange), zwei passende Muttern (19mm Schlüsselweite) und neues Gabelöl. Das Zerlegen stellt keine großen Probleme dar.(siehe Sprengzeichnung). Lediglich die 8er Inbusschraube unten am Gabelrohr macht gern Ärger beim herausschrauben. Wenn diese Schraube gelöst wird, dreht sich in aller Regel die Dämpferstange innen mit. Um die Dämpferstange zu halten, werden die beiden Muttern auf die 12er Schraube gedreht und am Schraubenende gekontert.Die Muttern in eine 19mm Nuss stecken und mit Klebeband umwickeln, so dass die beiden Teile nicht auseinander fallen können(der Schraubenkopf steht hervor). Eine lange Verlängerung wird auf die Nuss gesteckt und das Ganze in das Gabelrohr eingeführt bis der Schraubenkopf in das Ende der Dämpferstange eingreift. Vor dem Einführen des Werkzeugs das Gabelrohr so weit wie möglich in das Tauchrohr drücken. Eine Ratsche oder Knebelstange auf die Verlängerung aufsetzen. Jetzt kann man die Dämpferstange halten, wenn die untere Schraube heraus geschraubt wird.

zerlegte Gabel

Ein ähnliches Spezialwerkzeug kann man auch aus einer Mutter mit 19mm Schlüsselweite und einer ca. 80 - 90 cm lange Stahlstange bzw. Gewindestange bauen. Vom gewählten Werkstück wird ein ca. 15cm lan- ges Stück abgesägt. Verwendet man eine Gewindestange wird die Mutter einfach draufgeschraubt und mit einem Schweißpunkt fixieren. Bei der Stahlstange muss die Mutter komplett verschweißt werden. Am anderen Ende wird das 15cm Stück als T-Griff angeschweißt, fertig ist das Spezialwerkzeug.

Es geht gelegentlich auch ohne das o.g. Spezialwerkzeug. Wenn man die unteren Innensechskantschrauben löst, bevor man die oberen Verschlussstopfen herausnimmt. Die Federn sind recht stark vorgespannt und halten den Dämpfereinsatz, sodass man die Schrauben lösen kann. Wenn sie zu fest sitzen, dreht sich der Dämpfer mit. Das hört man dann.

Weitere Informationen zur Demontage und Zerlegung der Gabel findet der unversierte Schrauber im Werkstatt Handbuch oder in der deutschen Übersetzung des Haynes Buches.

Öl einfüllen

Ein Tipp noch zur richtigen Menge Gabelöl. Um wirklich die gleiche Menge Öl in jeden Gabelholm zubekommen eignet sich hervorragend ein Babyfläschchen mit Maßeinteilung oder eine große Einwegspritze aus der Apotheke.

Eine andere sehr genaue Methode ist, die Höhe der Luftkammer mit einem Zollstock zu messen. Dazu muss die Feder entnommen und die Gabel vollständig zusammengeschoben werden. Dann schiebt man einen Zollstock von oben z.B. bis 200mm Markierung in den Gabelholm. Nach dem herausziehen, kann man den Abstand zwischen 200mm und der ölbenetzten Stelle am Zollstock ablesen, wieviel mm die Luftkammer beträgt. Wilbers gibt z.B. für seine Gabelfedern 160mm vor.


Lenkkopflager

Abmessungen: oberes Lager: 25 x 48 x ca. 15,2 mm (Innen x Außen x Höhe) unteres Lager: 30 x 48 x ca. 15 mm

Schwinge

Bitte nach Montage des Federbeinbolzens, den Splint nicht vergessen.
Hülse des Nadellagers / Schwingenlagers mit Korrosionsspuren.
Ein durch Feuchtigkeit zerstörtes Nadellager / Schwingenlager.

Der kritische Punkt bei der Schwinge ist sicherlich das Schwingenlager E-07CMSNL (?). Dieses besteht aus:

  • zwei Nadellagern, die im Rahmen sitzen,
  • einer Lagerhülse auf der die Nadeln laufen und
  • zwei Staubkappen 4X7-22129-00 um den Eintritt von Wasser und Schmutz zu verhindern.
  • Durch Distanzscheiben wird das seitliche Spiel ausgeglichen.
  • Das Ganze wird mit einem Bolzen und Sicherungsblech verschraubt.

Angaben dazu finden sich im Handbuch.

Durch die Lage des Lagers ist diese einer starken Schmutz und Feuchtigkeitsbelastung ausgesetzt. Hinzu kommt, das die Staubkappendichtungen bei jeder Bewegung der Schwinge auf dem Rahmen und anhaftendem Schmutz reiben und dadurch verschleißen. Wenn man teure Reparaturen vermeiden will, lohnt es sich diesem Bauteil regelmäßige Aufmerksamkeit zu schenken. Ein beschädigtes Lager macht sich erstmal nicht sonderlich bemerkbar. Die Schwinge arbeitet nämlich auch noch, wenn das Lager bereits fest ist. Dann reibt die Innenbuchse auf dem Bolzen und das ganze funktioniert wie ein Gleitlager. Wenn die Staubkappendichtungen verschlissen sind tritt in das Lager Feuchtigkeit ein und führt zuerst zu Korrosion an der gehärteten Lagerbuchse. Diese ist ein recht teures Teil (ca. 70 € bei Yamaha). Es lohnt sich also regelmäßig die Staubkappendichtungen zu ersetzen und das Lager zu inspizieren und zu fetten.

Ausbau der Nadellager

Rausschlagen geht da so garnicht. Die Lagerschalen sind zu filigran und wenn die Kante erstmal weg ist wird es nicht besser. Habe mir da einen Auszieher selber gebaut. Dicke Nuss, die aufs Rahmenrohr passt, Gewindestange, Muttern, zwei dicke Unterlegscheiben. Von einer schleift man auf jeder Seite ein schmales Segment ab, sodass sie flach durch das Lager passt hochkant aber nicht. Mit diesem "Anker" zieht man dann das Lager raus.


Reifen

s. Seite Reifen

Gabelstabilisator

Im Zubehörsortiment finden sich sogenannte Gabelstabilisatoren. Die bekannteste Marke dürfte der TelefixDuckDuckGo (?) sein. Dabei handelt es sich um eine dritte Gabelbrücke, die die beiden Tauchrohre miteinander verbindet, was eine Verschränkung der Gabelrohre minimieren soll.